Truppenübungsplatz Lizum-Walchen

Der Truppenübungsplatz (TÜPl) Lizum-Walchen des Österreichischen Bundesheeres ist der zweitgrößte Truppenübungsplatz in Österreich, sowie der höchstgelegene permanent betriebene in Europa und somit gemäß Sperrgebietsgesetz 2002 (in der geltenden Fassung) als Militärisches Sperrgebiet ausgewiesen. Das bedeutet: Für dieses Gebiet gelten besondere Vorschriften und Regelungen, die sicherstellen, dass der Dienstbetrieb des Bundesheeres ungestört ablaufen kann und die Sicherheit aller Personen gewährleistet ist.

Er erstreckt sich über eine Fläche von ca. 51 km² über das Wattental, Mölstal, Tarntal, hinteres Tuxertal und Navistal und bietet optimale Voraussetzungen für die Ausbildung von Soldat:innen aller Waffengattungen im hochalpinen Gelände. Auch ausländische Truppen, sowie zivile Behörden und Einsatzorganisationen schätzen die Möglichkeiten des Truppenübungsplatzes für ihre Ausbildung und Einsatzvorbereitung.

Regelungen

  • Das Betreten des Sperrgebietes ist nur außerhalb der Schießzeiten/Sperrzeiten und nur auf den erlaubten (markierten) Wegen bzw. Schirouten (siehe unter „Allgemeines“) gestattet – Keinesfalls die Wege verlassen! – Gefahr durch nicht explodierte Kampfmittel („Blindgänger“)! Nichtbefolgung führt zur Strafanzeige bei der Bezirksverwaltungsbehörde.
  • Fotografieren, Filmen oder sonstige Aufzeichnungen von militärischen Einrichtungen und militärischen Aktivitäten ist strengstens verboten!
  • Das Befahren mit jeglicher Art von Kraftfahrzeugen ohne Sondergenehmigung ist verboten.
  • Berg- & Wanderwege: Es dürfen nur die genehmigten Wege begangen werden und nur wenn deren Verlauf zweifelsfrei im Gelände erkennbar ist (nicht bei Schneelage etc.).
  • Bergseen – Schwimmen, Angeln, etc: Auch in den vielen Bergseen im Sperrgebiet können Blindgänger und gefährliche Gegenstände liegen. Da die Wanderwege zum Betreten der Seen zumeist verlassen werden müssen, fällt das unter die geltenden Verbote. Das Angeln ist an bestehende Genehmigungen und Berechtigungen gebunden.
  • Radfahren (incl. Mountainbiken) ist im gesamten TÜPl verboten. 
  • Ski- & Schneeschuhrouten: Aufstieg nur entlang der ausgewiesenen Schirouten –  Abfahrten/Abstiege nur entlang der Aufstiegsspur. Die Schirouten dürfen nur bei ausreichender Schneelage (= geschlossene Schneedecke) genutzt werden. Der Aufstieg und Abfahrt mit Tourenski und Splitboards auf den nicht als Schirouten ausgewiesenen Militärstraßen (Lizumerstraße zwischen Brunnachquelle bis Lager Walchen sowie auf der Mölser Straße/Schober Straße zwischen Möls-Hochleger und Klammjoch) ist strengstens untersagt.
  • Rodeln ist im TÜPl verboten. Das Rodeln im Mölstal wird bis auf weiteres auf eigene Gefahr geduldet, muss aber an den militärischen Übungs-, Fahr- und Schießbetrieb angepasst werden und ist in diesen Zeiten verboten.
  • Der Betrieb von Drohnen und sonstigen Flugmodellen sowie Luftsportgeräten (Segelflieger, Paragleiter, Drachenflieger, etc) ist im gesamten TÜPl-Bereich strengstens verboten. 
  • Zelten sowie Lagern/Biwakieren und offenes Feuer ist im gesamten TÜPl-Bereich strengstens verboten. 
  • Mineralien/Fossilien sammeln sowie jegliche Grabungsarbeiten sind strengstens verboten – Gefahr durch nicht explodierte Kampfmittel („Blindgänger“)!
  • Hinweistafeln (Infopoints) am Parkplatz Walchen und vor der Lizumer Hütte geben Auskunft über die Sperrgebiete & Sperrzeiten sowie im Winter auch zusätzlich über die aktuelle Lawinenwarnstufe. Weitere Informationen erhalten Sie beim Alpenverein Hall in Tirol und bei den Hüttenpächtern.
  • Den Anweisungen des Sicherheitspersonals ist unbedingt Folge zu leisten! 

„Alle Besucher:innen müssen sich über die Lage am Truppenübungsplatz und über die aktuelle Sperrungen aufgrund von Übungen und Scharfschießen informieren und auf den ausgeschilderten und markierten Wegen bleiben“, appelliert Oberst Klaus Zweiker.

Hinweisschild „Militärisches Sperrgebiet“

Kundmachung zu den Schießzeiten & Drohnenflug

Achtung: Aus schießtechnischen oder sonstigen Gründen können durch das TÜPl-Kommando Änderungen in Bezug auf Sperrzeit und Sperrgebiet erfolgen.

Anmerkung: Findet nur „Drohnenflug“ (keine Kombination mit Scharfschießen/Sprengen) am gesamten TÜPl-Bereich statt, können die genehmigten Wanderwege/Schirouten begangen werden. Es kann jedoch zu kurzfristigen örtlichen Absperrungen kommen.

Aktuelle Informationen erhält man 

Infopoint des TÜPl Lizum-Walchen vor der Lizumer Hütte

Allgemeines

Auf der Website des Bundesministeriums für Landesverteidigung stellt das Institut für Militärisches Geowesen die Österreichische Militärkarte 1:25 000 Truppenübungsplatz (TÜPl) Lizum-Walchen sowie die GPS Koordinaten im GPS-Exchange Format der Sperrgebietsgrenze, Wanderwege und Schirouten als Download zur Verfügung

Bei der Nutzung von Wander-Apps ist besondere Vorsicht geboten: Die Outdooractive-Karte ist die einzige Karte, die die erlaubten Wanderwege sowie Skirouten mit den aktuellsten Geodaten des Wegverlaufs abbildet. Diese Karte steht unter alpenvereinaktiv.com bzw. outdooractive.com zur Verfügung. Zudem empfiehlt es sich, beschriebene Tourenvorschläge insbesondere in diesem Gebiet sorgfältig zu prüfen, da einige über nicht genehmigte Wege und Routen führen!

An Wochenenden, gesetzlichen Feiertagen, in der Karwoche und im Monat August, sowie von Weihnachten bis Hl. Drei Könige (06. Jänner) finden in der Regel keine Schießübungen und somit keine Sperrungen statt. In diesen Zeiträumen und wenn Schießübungen nur auf dem nicht öffentlich zugänglichen Schießplatz „Wasserschloss“ stattfinden, sind alle Wanderwege rund um die Lizumer Hütte begehbar.

  • Der Hüttenzustieg vom Öffentlichen Parkplatz in Walchen ist jeden Tag, außer bei lawinenbedingten Sperren möglich.
  • Da die Schießübungen selten den gesamten Truppenübungsplatz betreffen, sind Touren rund um die Lizumer Hütte, je nach Sperrzone/Sperrzeit und abhängig von der aktuellen Wetter-/Lawinensituation und den ausgewiesenen Schutzgebieten (Wildruhezone) in der Regel möglich.

Download: TÜPl-Karte

Topografische Ausgabe

Rückseite der topografischen Ausgabe

Verhalten bei Fund eines Blindgängers / munitionsähnlichen verdächtigen Gegenstandes

  • Gegenstand nicht berühren
  • Fundstelle markieren, evtl. GPS-Koordinaten speichern
  • Andere Personen warnen
  • Wenn möglich fotografieren
  • Fund sofort dem TÜPl-Kommando melden (+43 664 6225428)

Bedeutung des Truppenübungsplatzes

In einer völlig autarken Anlage bietet das Lager Unterkunft und Versorgung für bis zu 700 Soldat:innen. Die Mitarbeiter:innen des Truppenübungsplatzes sind für die Sicherheit beim Scharfschießen, die Erhaltung von ca. 30 Straßenkilometern, für die Ausbildungsanlagen, für den Forst, für Jagd und die Verwaltung der militärischen Ausbildungseinrichtung verantwortlich.

Eine Besonderheit des Truppenübungsplatzes Lizum-Walchen ist das eigene Wasserkraftwerk, das so viel Strom produziert, dass der gesamte Truppenübungsplatz inkl. den zivilen Nutzern mit Strom versorgt und elektrisch beheizt werden kann.  Der Überschuss wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Der TÜPl Lizum-Walchen ist derzeit mit rund 60.000 Personentagen pro Jahr ausgelastet und stellt zudem einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Region Wattens dar.

Gerade durch die militärische und landwirtschaftliche Nutzung konnte die Natürlichkeit des Gebietes erhalten werden. Damit erfüllen die TuXer als Erholungslandschaft alle Attribute für einen nachhaltigen, naturnahen, sanften und dennoch eindrucksvollen Tourismus.

Es ist ein sehr hohes Gut und eine große Verantwortung, diese artenreiche Natur- und Kulturlandschaft zwischen 800 und fast 2.900 m Seehöhe mit sanften Erschließungen an den Rändern und einem fast durchgehenden Almgebiet in ihrer Ursprünglichkeit zu erhalten und besonders zu schützen.

Wander- und Fahrwege

Der Truppenübungsplatz umfasst eine Fläche von über 51 Quadratkilometern. Darin befindet sich ein über 30 Kilometer langes Netz aus Fahrwegen und rund 70 Kilometer Wanderwege.

Vor allem die Fahrwege werden in den Wintermonaten, durch Gewitter und durch schwere Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen. Die Sommerzeit ist daher alljährlich auch der Straßensanierung gewidmet. Dabei kommen die heereseigene Straßenbaumaschinen wie Bagger, Grader und Walzen, die Arbeitskraft und das Fachwissen der Pionieren und auch der Grundwehrdiener:innen zum Einsatz.

Soldaten des Baupionier- und Katastropheneinsatzzuges verbessern im Zuge der Ausbildung das bestehende Wegenetz um die wunderschöne Bergwelt noch zugänglicher zu machen.

Die Tiroler Pioniere sind in der Lage, ihre Aufgaben auch in unwegsamem und schwer zugänglichem Gelände zu erfüllen.

Die Straßen werden jedes Jahr in den Sommermonaten instand gehalten. Dies ermöglicht eine ganzjährige sichere Nutzung.

Quellen: TÜPl Kommando Lizum-Walchen; Bundesministerium Landesverteidigung; Redaktion Militärkommando Tirol; Theresianische Militärakademie